Gold & SILBER

Gold ETF kaufen - Ist "Papiergold" sinnvoll?

Gold ETF’s bieten auf den ersten Blick viele Vorteile. Sie bilden den Goldpreis der Warenbörsen ab und Käufer müssen sich nicht mit dem Kauf, Lagerung und Handling der physischen Edelmetalle auseinandersetzen. Trotzdem gibt es einige Nachteile, wenn Goldbesitz nur auf Papier stattfindet…

Das wichtigste in Kürze…

Inhalt

Sind Gold ETFs eine Alternative zu echtem Gold?

Es klingt simpel und einleuchtend. Anstatt sich den ganzen Stress von Kauf und Lagerung der Edelmetalle anzutun, kauft man einen börsengehandelten ETF, der die Entwicklung des Goldpreises abbildet. Diese «Exchange Traded Funds» sind in guten Zeiten relativ problemlos und man kann ansteigenden (oder im Falle von Inverse ETF’s an fallenden) Preisen partizipieren.

Es gibt sogar physisch abgesichterte ETFs, bei denen der Gegenwert der gekauften Anteile in echtem Gold oder Silber hinterlegt werden muss. Zumindest behaupten dies viele der Anbieter.

Zitate

Die Realität dieser börsengehandelten Produkte sieht allerdings meist anders aus, wenn Probleme im Finanzmarkt oder bei den Herausgebern dieser Produkte auftauchen. Wer den Prospekt dieser ETF’s durchliest wird feststellen, dass der Käufer dieser Produkte so gut wie keine Sicherheiten hat, sollten Verluste aus welchen Gründen auch immer auftauchen.
Alle Eventualitäten sind von Seiten der Herausgeber entweder als «höhere Gewalt» oder sonstige Schleichwege vorbereitet, um in einem Verlustfall keinerlei Verantwortung übernehmen zu müssen.

Das Risiko der Gegenpartei ist auf den Finanzmärkten erheblich und der Besitz von echten Edelmetallen deshalb nicht mit ETFs zu vergleichen – auch nicht mit physisch hinterlegten ETF’s.

Physisches Gold vs. ETF-Gold

Für Gold-Investoren ist Liquidität ein wichtiger Aspekt beim Halten von Edelmetallen. Wenn Gold notwendig wird, möchte man nicht zuerst herausfinden, ober der Verwahrer überhaupt im Besitz des Goldes ist und durch wie viele Ringe man springen muss, um es in die Hände zu bekommen.
Wie wir am Beispiel der Schweizer Bank sehen konnten, sind bereits zu ruhigen Zeiten der administrative Aufwand und die rechtlichen Hürden enorm gross (und das in einem Land, indem Goldraffinerien 70% des weltweit verfügbaren Goldes verarbeiten).

In Krisensituationen gibt es keine Garantien

  • Wenn unruhige Zeiten erst angebrochen sind, ist es meist zu spät für Vorsorgeplanungen. Die Konsequenzen für Goldanleger können im Falle von GOLD-ETFs und anderen Papiergold-Produkten verheerend sein.
  • Banken und Institute könnten Konkurs gehen und hohe Verluste bis hin zu finanziellen Totalausfällen für Anleger und Kunden verursachen.
  • Der Zugang zu Banken (elektronisch und physisch) kann zusammenbrechen oder limitiert werden.
  • Trading-Plattformen und auch Banken können Gelder und Vermögen auf Knopfdruck einfrieren.
  • Strom, Hacking , der Zusammenbruch von Internetverbindungen und andere Risiken des digitalen Zeitalters können jederzeit zuschlagen
    Bail-Ins wie im Falle von Griechenland (Bankkonten der Kunden wurden eingefroren und das Kapital zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen verwendet).
 

Physisches Gold ist das einzig wahre, krisensichere und hoch liquide Asset. Wie fragil unser Finanzsystem geworden ist, hat sich im September 2019 in der REPO-Kirse in den USA gezeigt und wird und diesselben Risiken werden uns auch weiterhin begleiten.

Physisch gesicherte Gold ETF's - Der schweizer Banken Test

Wir haben zum Test bei einer bekannten Schweizer Bank ETFs mit physisch hinterlegtem Gold gekauft. Das Ziel war es, den Prozess zur Auslieferung des Edelmetalls nachzuvollziehen.
Allein die Nachfrage bei dem Bankinstitut zur Auslieferung des ETF-Goldes hat für Ratlosigkeit gesorgt und wir wurden von Abteilung zu Abteilung weitergeleitet.

Offensichtlich sind diese Anfragen so selten, dass intern nicht mal auf Anhieb geklärt werden konnte, wer für so einen Fall verantwortlich ist.


Die Anfrage wurde schliesslich unter Androhung von so viel administrativen Papierkrieg und Gebühren begleitet, dass wir unsere Anfrage nach einigen Wochen freiwillig zurückzogen.

Wir hatten bereits vermutet, dass die Lieferung der physischen Ware eines solchen Finanzprodukts nicht einfach werden würde. In dem Versuch wurde allerdings ersichtlich, dass Banken dies mehr oder weniger als Marketinginstrument nutzen und eine reale Auslieferung des hinterlegten Edelmetalls keinesfalls erwarten.

 

Lieferung von Gold und Silber in Krisensituationen?

Wenn Anleger bereits in ruhigen Zeiten derart abgewimmelt werden, kann sich jeder selbst vorstellen was passiert, wenn während einer Krise ein Bankenrun auf Gold und Silber entsteht. Ob eine Bank dieser Verpflichtung überhaupt nachkommen kann (oder will) und mit welcher Verzögerung kann sich jeder selbst vorstellen.

Der Erfolg hängt auch davon ab, ob das Finanzinstitut überhaupt selbst Zugang zu den Edelmetallen hat. Es ist aus den Prospekten meist nicht verständlich, ob die Bank das Gold tatsächlich in ihren Tresoren hält, oder bei der COMEX in New York ein weiterer Schuldschein ausgestellt wird.

Die grössten Risiken von Gold ETF’s

Stellen Sie sich vor, sie gehen an einen Bankautomaten und möchten Geld abheben. Nach dem Einschieben der Karte erscheint auf dem Display der Satz: «Leider können zurzeit keine Transaktionen und Bargeldbezüge vorgenommen werden». Dies ist keine Seltenheit und ein Szenario, welches regelmässig in allen Ländern der Welt vorkommt. Im Jahr 2011 hat England den Austritt aus der EU bekannt gegeben. Die grossen Finanzinstitute haben kurzerhand den Bezug von Bargeld gestoppt. Die Furcht vor Liquiditäts-Engpässen wurde zu gross und man erklärte «ausserordentliche Marktkonditionen» als Grund für den Stopp. Hatten sie das Recht so zu handeln? Unklar, doch es zeigt auf wie dünnem Eis Finanzinstitute unterwegs sind.

hardmoney GEM

«A person may not like someone else’s religion, but he’ll always accept his gold”

Was hat das mit meinem Gold-ETF zu tun?

Es ist dasselbe Prinzip mit dem Unterschied, dass es für Banken und Herausgeber dieser ETF’s noch viel schwieriger ist, physisches Gold auszuhändigen anstatt Bargeld.

Wer ETF’s kauft verlässt sich darauf, dass die Gegenpartei dieses Gold zu jedem Zeitpunkt innert nützlicher Frist ausliefern kann. Dieser Illusion sollte sich niemand hingeben, solange er nicht direkten Zugang zu den Tresoren hat. 

Experten bezweifeln die Menge an vorhandenem Edelmetall in Relation zum verkauften «Papiergold». Die Zuflüsse in GOLD-ETFs sind enorm und steigen jährlich an. Bei relativ konstantem Abbau von Gold in den Minen, stellt sich zurecht die Frage, wo dieses ganze Gold überhaupt herkommen soll. Es gibt Schätzungen, dass jedes Gramm Gold in den Tresoren der COMEX bis zu 100 mal (!) verkauft wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Privatanleger das Gold aus diesen Tresoren im Falle einer Krise jemals sieht, geht gegen 0.

Das Risiko der Gegenpartei

Die Ironie an der ganzen Sache ist folgende. Zu sicheren Zeiten, wenn niemand wirklich Bargeld (oder Gold) benötigt, ist es relativ einfach erhältlich und steht überall zur Verfügung. Sobald ein unvorhergesehenes Ereignis eintritt, kann es nahezu unmöglich werden, an sein Eigentum zu kommen. Wenn dies bereits bei «intrinsisch» wertlosem Papiergeld aus dem Bankautomaten der Fall ist, kann sich der Eigentümer eines ETFs ungefähr vorstellen, wie gross seine Chancen sind an echtes Gold und Silber zu gelangen. 

Es ist das Versprechen einer Bank etwas zu liefern, dass sie selbst meist gar nicht besitzen. Und dies während einer Zeit, wenn Finanzinstitute selbst in den Abgrund schauen und versuchen ihre eigene Haut zu retten. Der Besitzer von «Papiergold».

Warum nicht Gold-ETF’s kaufen?

Es gibt eine Redensart aus dem englischen die lautet «If you don’t hold it, you don’t own it». Wer Gold in Form von ETF’s oder anderern Papiergeld-Verträgen kauft, geht ein oft unterschätztes Risiko ein. Banken die diese IOUs (Versprechen für den Besitz von physischen Edelmetallen) ausgeben, sind meist nicht im Besitz des physischen Goldes und falls doch, verkaufen sie diese doppelt und dreifach.

Es gibt Schätzungen, dass jede Unze Gold in den Tresoren der Warenterminbörsen (COMEX etc.) ca. 100fach verkauft wird, was nur solange gut geht, bis die Musik aufhört zu spielen und das physische Gold in Anspruch genommen wird.

Wenn die vermeintlichen Besitzer dieses Papier-Goldes im Falle einer Krise auf der Matte stehen und das physische Gold beziehen möchten, wird ein grosser Prozentsatz (in der obigen Schätzung 99%) leer ausgehen, da dieses Gold aus Derivaten und ETFs gar nie wirklich hinterlegt und vorhanden war.

Aus diesem Grund ist es unerlässlich, Gold in physischer Form zu besitzen und allenfalls einen kleinen Prozentsatz zu spekulativen Zwecken in Form von Minen Aktien oder ähnliches anzulegen.

Gold ETF "GLD"- Wer zuerst kommt, malt zuerst.

Der GLD (SPDR Gold Trust ETF) ist der grösste physisch gesicherte ETF der Welt. Dieser Umstand weckt bei Anlegern den Eindruck, dass hier alles mit rechten Dingen zugehen muss und Gold mit seinem Namen drauf in irgendeinem Tresor liegt.
Wer das Kleingedruckte dieses ETF’s liest (was offensichtlich sehr wenige tun), würde es sich wahrscheinlich genauer überlegen, bevor er in diesen ETF investiert.

Das Kleingedruckte in Gold-ETFs

Hier ein paar Auszüge davon des GLD-Prospekts für Anleger:

«Die Aufbewahrung der Goldbarren- und Produkte unterliegen keiner bestimmten Aufsicht durch amtliche Behörden…»

«Bei Insolvenz der Depotbank «Custodian», sind die vorhandenen Assets unter Umständen nicht ausreichend, um Ansprüche des Fonds (ETFs) und deren Teilhaber zu befriedigen. Zudem können im Falle einer Insolvenz Verspätungen und Zusatzkosten bei der Auslieferung entstehen»

«Sollte das hinterlegte Gold gestohlen, zerstört oder beschädigt werden (oder verloren gehen!), kann die Depotbank den Ersatz nicht garantieren, da die finanziellen Ressourcen unter Umständen nicht vorhanden sind…»

Sämtliche Statements dieser Gold-ETF’s laufen auf dasselbe hinaus. Sollte es einmal wirklich ernst werden, geht ein der Besitzer dieses ETFs mit Wahrscheinlichkeit leer aus.

Als wäre dies nicht genug Risiko, gibt es noch andere Punkte in diesem speziellen GLD-ETF die zu denken geben sollten. 

Der GLD-Fond beauftragt Sub-Unternehmer mit der Lagerung von Gold! Diese wiederum können weitere Sub-Unternehmer damit beauftragen, Gold in ihrem Auftrag zu lagern. Es gibt kaum Regulatorien und rechtliche Handhabe, falls einer dieser Sub-Unternehmer pleitegehen sollte und der GLD-Fond hat noch nicht mal das Recht, das Gold all dieser Subunternehmen zu inspizieren. 

Klingt das vertrauenerweckend und nach einem sicheren Investment in physisches Gold? Wenn nur eines dieser Unternehmen Konkurs anmeldet, könnte der ganze ETF ins Wanken geraten und Anleger des GLD mit herben Verlusten überziehen. Auf der anderen Seite würde der Goldpreis selbst enorm von einem solchen Szenario profitieren. Anleger in solches Papiergold in Form eines ETF’s wären also gleich doppelt bestraft.

Blackrock-ETF-Debakel mit dem IAU (IShares Gold Trust)

Der Herausgeber des zweitgrössten Gold-ETFs Blackrock leistet sich im Jahr 2016 eine Panne, die erstaunlich wenig Aufmerksamkeit erhalten hat. Sie verdeutlicht jedoch sehr gut, wo die Gefahren von Gold-ETFs liegen.
Das Management des ETFs hat durch eine administrative «Ungereimtheit» Anteile an ihrem Fond verkauft, die gar nicht existierten. Die Anteile waren weder bei der SEC angemeldet noch registriert worden. Der Fehler wurde vom Unternehmen selbst gemeldet(!), denn die Börsenaufsicht hatte von dem Vorfall auch nach den Verkäufen rein gar nichts mitbekommen.

Insgesamt wurden 296 Millionen US-Dollar an Anteilen an dem GOLD-ETF verkauft. Diese Anteile waren jedoch nicht registriert und deshalb auch nicht an den Goldpreis gekoppelt. Besitzer dieser ETF-Papiere sassen also an der Seitenlinie und haben von Bewegungen des Goldpreises gar nicht profitiert.

Dies zeigt eine weitere Schwäche von Gold-ETFs. Sie sind nur so gut wie das Unternehmen und Management, dass diese verwaltet. Im Falle von Blackrock, einem der grössten Herausgeber von ETF’s war der Ausgang glimflich. Sie kamen mit einigen Bussen und Verwarnungen davon.

Hätten die Investoren zum Zeitpunkt des Geschehens (und nicht erst im Nachhinein) Wind davon bekommen, hätten Panikverkäufe die Privatinvestoren überrollt und mit Verlusten überhäuft.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kauft das Gold in physischer Form bei einem renommierten Händler. 

Machen Gold ETF denn gar keinen Sinn?

Das Prinzip klingt einleuchtend. Man kauft Anteile an Gold, die physisch an einem sicheren Ort verstaut sind und bei Bedarf ausgeliefert werden könnten. Die Realität sieht etwas anders aus und Goldanleger machen dabei meist einen entscheidenden Denkfehler.

Sie überlassen das Gold genau den Institutionen zur Verwahrung, gegen die es unter anderem als Versicherung dient. Eines der grössten Argumente für den Besitz von physischen Edelmetallen wird dadurch zunichte gemacht.

Die Risiken sind für Privatanleger unnötig gross und sie werden wie immer die letzten sein, wenn im Falle eines Crashs die übrig gebliebenen Krümel verteilt werden. In so einem Fall wäre das Best-Case Szenario, sein eingesetztes Kapital in Cash ausbezahlt zu bekommen. In dem Fall stellt sich allerdings die Frage, wozu der Gold ETF dann überhaupt gekauft werden sollte.

Natürlich ist der Besitz von physischem Gold ebenfalls nicht 100% sicher. Gold kann gestohlen werden oder verloren gehen. Der wichtigste Punkt allerdings – das Risiko der Gegenpartei – kann ausgeschlossen werden. Ein Punkt der deutlich unterschätzt wird, wenn man die Zuflüsse in physisch hinterlegte Gold- und Silber-ETFs beobachtet.

Gold ETFs auf den Märkten

Hier eine Übersicht der bekanntesten und liquidesten Gold-ETFs auf dem Markt. Aus unserer Sicht zur kurzfristigen Spekulation auf Goldpreisentwicklung geeignet, aber kein Instrument, welches den Besitz von physischem Gold ersetzten kann.  

 

Gold Lagerung Tresor

hardmoney GEM

“The desire of gold is not for gold. It is for the means of freedom and benefit”

Ralph Waldo Emerson

Warum nicht in Gold-Aktien kaufen?

Es klingt logisch und gleichzeitig verlockend. Warum sollte ich nicht in Goldminen Aktien oder Streaming/Royalty Services investieren? Dabei verdiene ich bei gutem Geschäftsgang und attraktiven Goldpreisen gleich doppelt?

Das ist vom Prinzip her zwar richtig, doch unterscheidet sich die Anlage in Goldaktien deutlich vom Besitz des physischen Goldes.

Die unternehmerischen Risiken einer Goldmine sind enorm und es ist ein kapitalintensives Geschäft. Dazu kommen politische und wirtschaftliche Risiken beim Betrieb einer Goldmine die oft nicht vorhersehbar sind.

Zudem sind Goldminen und andere Goldaktien vom Goldpreis abhängig und damit anfällig auf Währungsschwankungen und äussere Einflüsse (Politik, Unruhen, Produktivität). Dieser Umstand macht Minenaktien zu einer interessanten Spekulationsklasse, doch sollte sie auf keinen Fall als Ersatz für den Besitz von Gold angesehen werden.

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